Elektrostart


2. Greilinger Elektroflugtage

Bereits zum zweiten mal fanden im September 2017 die Greilinger Elektroflugtage, ein Forum zum Austausch  der Piloten untereinander und zwischen den Herstellern von Fluggeräten und Komponenten statt. Gezeigt wurden Geräte vom Modellflugzeug bis zum Flugzeug der 120 KG-Klasse. Eine filmische Zusammenfassung seht Ihr oben.


Erste Greilinger Elektroflugtage


Bei dieser verhältnismäßig neuen Startart startet der Gleitschirm- und oder Drachenflieger motorisiert mit einem Elektroantrieb. Aufgrund der geringen Geräuschentwicklung und Umweltverträglichkeit werden elektromotorisierte Gleitschirme und Hängegleiter (Drachen) nicht als Ultraleichtflugzeuge eingestuft, als wenn Sie mit Verbrennungsmotoren betrieben würden, solange die mitgeführte Energiemenge 3 kWh nicht übersteigt.

 

Dies hat der Gesetzgeber honoriert und die Flugplatzpflicht für diese Startart erlassen, denn auf Flugplätzen halten solche Startarten den restlichen Flugbetrieb nur unnötig auf und sind daher ungern gesehen. In Bayern hat das Luftamt Südbayern eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen und die "Zulassung" von Geländen für die elektrische Aufstiegshilfe an den Deutschen Hängegleiterverband übertragen. Der Traum eines jeden Fliegers, auf der Wiese fast hinter'm Haus zu starten, ist zumindest für die Startart elektrische Aufstiegshilfe zum Greifen nah ...

 

Davon sind die echten Ultraleichtflugzeuge (gewichtskraftgesteuertes Trike, aerodynamisch gesteuertes 3-Achs-UL) mit Elektroantrieb zu unterscheiden. Hier gilt für Start und Landung weiterhin Flugplatzzwang. Vielleicht ist es etwas einfacher, eine Genehmigung für elektrische ULs zu bekommen, da die Geräuschemission deutlich geringer ist.

 

So dürfen wir bis auf wenige Ausnahmen im Jahr am Flugplatz Greiling keine Flugzeuge und Luftsportgeräte (ULs) mit Verbrennungsantrieb betreiben. Aufgrund der positiven Erfahrung erhalten wir jedoch seit einigen Jahren eine jeweils auf ein Jahr befristete Erlaubnis für den Start von elektrisch angetriebenen ULs.

Gleitschirm mit E-Antrieb

Aktuell meist mit Elektroantrieb der Fa. Geiger


Hängegleiter (Drachen) mit E-Antrieb (e-lift)

Aktuell meist mit Elektroantrieb der Fa. Geiger. Als Fläche kommt aufgrund der guten Gleiteigenschaften am häufigsten ein ATOS-Starrflügler zum Einsatz.


Trike mit E-Antrieb (Carbon-Trike)

Beim Trike wird wie beim e-lift auch meistens ein ATOS-Starrflügler eingesetzt. Hier können einerseits die Komponenten des e-lifts wie Motor, Regler, Propeller und Akku verwendet werden, aber auch stärkere Elektromotoren, mit denen sogar andere Drachen geschleppt werden können (F-Schlepp). Letzteres befindet sich noch in der Erprobungsphase.


3-Achs-Ultraleicht der 120-kg-Klasse mit E-Antrieb (Song Electric)

Die Song ist ein einsitziges, aerodynamisch gesteuertes Ultraleichtflugzeug der 120-kg-Klasse, bei denen das Leergewicht 120 kg nicht übersteigen darf. Es gibt ein paar Vereinfachungen beim Betrieb und der Pilotenlizenz für solche "leichten" ULs. Die Song ist mit einem 16 kW Rex Motor ausgestattet.


3-Achs-Ultraleichtflugzeug mit E-Antrieb (Stratos 300)

Neben den neuen Entwicklungen ist es auch denkbar, ein bestehendes Ultraleichtflugzeug von Verbrennungs- und Elektroantrieb umzurüsten. Man muss dazu zwar kein gelernter Flugzeugbauer sein, jedoch steckt schon einiges an Arbeit darin. Bei der sogenannten "Änderung am Stück" wird ein mustergeprüftes Ultraleichtflugzeug aus der Serie genommen und unter den Augen der "Zulassungsbehörde" umgebaut. Somit entsteht aus dem einstigen Serienflugzeug ein Einzelstück.

 

Ein solcher Umbau findet zur Zeit statt. Basis ist der ultraleichte Motorsegler "Stratos 300", von dem die Fa. "HFL Flugzeugbau GmbH" in Lüneburg bis Ende der achtziger Jahre ca. 25 Stück gebaut hat. Auch die Stratos 300 ist ein einsitziges Ultraleichtflugzeug. Der original Dreizylindermotor von König mit 17 kW ist ideal, um gegen einen 16 kW Antrieb der Fa. Geiger ausgetauscht zu werden.